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Pokémon Go “Real-World”-Sicherheitsguide

Constantin von Pander, 29 Juli 2016

Pokémon Go-Trainer riskieren Verletzungen und Unfälle. Dieser Guide zeigt euch, was ihr beim Spielen beachten müsst und was bereits passiert ist.

Das “Pokémon Go” Augmented-Reality-Spiel hat sich in den USA verbreitet und ist mittlerweile in die ganze Welt übergeschwappt. Unsere Gesellschaft hat sich bereits an Fußgänger, die mit ihren Nasen an ihren Smartphones kleben, gewöhnt. “Pokémon Go” bringt diese Abhängigkeit jedoch auf ein neues Level.

Hier ist unser Guide für Deine Sicherheit beim Herumlaufen und Fangen der Taschenmonster in der Stadt.

Ziehe nicht unvorbereitet los

Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal von diesem digitalen Spiel besteht darin, dass es unter freiem Himmel gespielt wird. Vergiß daher nicht, Dich gerade jetzt im Sommer immer mit reichlich Sonnencreme auszustatten, wenn Du viele Stunden draußen verbringst. Bei dem vielen Sonnenschein kannst Du außerdem ins Schwitzen kommen, also nimm' Dir unterwegs immer ausreichend zu trinken mit.

Passe auf Deine Umgebung auf

Du musst wissen, wo Du bist, wobei Du Dir sicher sein kannst, dass es die App weiß. Zum Spielen benötigt “Pokémon Go” Zugriff auf Deine Standortdaten, E-Mail-Adresse sowie Kamera. Mit der Popularität des Spiels steigt auch die Motivation für Kriminelle, Schwachstellen zu missbrauchen. Aber für den Moment liegt die Gefahr mehr in der echten als der digitalen Welt.

Spielern in den USA in Missouri, New York, und Maryland wurde bereits das Smartphone gestohlen, weil sie von dem Spiel so abgelenkt waren. Im Fall von Missouri tricksten technisch versierte Diebe ihre Opfer mit einem “Pokestop” aus. Mit diesem Feature können Spieler Gegenstände sammeln und schneller ein höheres Level erreichen, wodurch sie in einen Hinterhalt liefen.

Sheriffs in Virginia, USA, haben eine Warnung an “Pokémon Go”-Spieler ausgesprochen, sich von privaten Grundstücken fern zu halten. Monsterjäger haben bereits geschäftliches, kirchliches und staatliches Eigentum rund um die Uhr überschritten, selbst als diese Plätze für die Öffentlichkeit geschlossen waren.  “Diese Vorgänge bedeuten für jeden Einzelnen ein unnötiges Risiko und werden als widerrechtliches Betreten eingestuft”, lautete kürzlich ein Post auf der Facebook-Seite des örtlichen Sheriff-Departments.

Schau ab und zu nach oben

Zahlreiche Spieler gehen viele Kilometer auf die Suche nach Pikachu und Wigglytuff, die ganz in Deiner Nähe auf Deinem digitalen Display erscheinen. Vergiss nicht, öfters von der “Augmented”-Welt in die reale Welt aufzuschauen, damit Du nicht wie zwei Leute in Kalifornien von einem Kliff stürzt.

Sei nicht überrascht, was Du alles bei einem Rundgang entdeckst. Leblose Körper können zufällig aufgefunden werden, wobei sie nicht immer wie im folgenden Foto aussehen.

Nutze den gesunden Menschenverstand

Einige Orte sind schlichtweg nicht angebracht, um auf die Jagd nach Zeichentrick-Figuren zu gehen. Nur weil es einen PokéStop vor einem Holocaust-Museum oder der Auschwitz-Birkenau-Gedenkstätte gibt, bedeutet dies nicht, dass Du dort sein musst. Das wäre respektlos. Andere pietätlose “Spielorte”: Friedhöfe, Bestattungen und Totenwachen.

Zwei Leute wurden verhaftet, weil sie über einen Zaun beim Zoo in Toledo, Ohio gesprungen waren. Also bitte...

Notfall-Dienste hatten bereits so einige “Trainer”, die ihnen Probleme bereiteten. Das “Los Angeles County Fire Department” hat Spieler gebeten, nicht 911 anzurufen oder “Feuerwehrstationen zu stören” während sie ihre Vögel belauern.

Nicht “Pokén” und fahren

Wer hätte gedacht, dass wir die guten alten Zeiten des SMS-Verschickens beim Fahren vermissen? Pokémon forderte bereits fast sein erstes Opfer, als ein 28-jähriger Mann am Steuer unterwegs ein besonderes Monster auf seinem Smartphone bemerkt hatte und davon zu sehr abgelenkt war. Dabei verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug und prallte gegen einen Baum.

Die cleveren Nerds auf “Lifehacker” haben ein PokéBike kreiert. Damit kannst Du Pokémon-Eier besser ausbrüten und Dich schneller bewegen. Deren kluger Rat: “Denk' daran, stehen zu bleiben, wenn Du Dich mit Deinem Smartphone beschäftigst. Versuche kein Pokémon zu fangen, während Du Dich bewegst, Gegenstände bei PokéStops sammelst, oder in Fitnessstudios beim Trainieren Kämpfe zu führen. Dabei wirst Du einen Unfall haben und entweder Dich oder jemand anders verletzen.”

Prüfe Apps auf Zugriffsrechte

Vor Kurzem kam Unruhe auf, als Adam Reeve - Analytiker einer Sicherheitsfirma - aufzeigte, dass “Pokémon Go”-Nutzeraccounts vollen Zugriff auf Deinen Google Account haben. Zum Spielen benötigst Du einen Account, wobei sich dieser nur über zwei Möglichkeiten erstellen lässt. Entweder Du nutzt dazu einen bestehenden oder neu registrierten Account von der pokemon.com-Website oder Deinen Google Account.

Für iOS-Nutzer gibt es keine Option, die Zugriffsrechte zu bearbeiten. Du kannst den Zugriff nur generell verweigern. Wenn Du Dich mit dem Google-Account auf Deinem Android-Gerät einloggst, ermöglichst Du Niantic Zugriff auf Deinen Google-Nutzernamen und Deine E-Mail-Adresse.

Niantic, die Entwicklerfirma des Spieles, hat die App aktualisiert, um Sicherheitsprobleme zu bereinigen. Wenn Du weiterhin die Original-App am iPhone spielst, lade Dir das Update herunter, logge Dich aus und nochmal ein.

Avast Mobile Security für Android ermöglicht Einblicke zu installierten Apps und hilft Dir die Zugriffsrechte von Apps, Werbenetzwerk-Integrationen und Freigaben zu verstehen.