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Online-Dates nicht nur am Valentinstag: Die größten Gefahren, die besten Tipps

Avast Blog 12 Feb 2022

Am 14. Februar ist Valentinstag. Manche verbringen den Tag mit dem Partner oder der Partnerin, andere planen ein Online-Date.

Am 14. Februar ist Valentinstag. Auf der ganzen Welt schenken sich Pärchen an diesem Montag Blumen und Pralinen, bekunden ihre Zuneigung und schließen vielleicht sogar den Bund fürs Leben. Für Viele ein Tag voller Romantik. Für Singles kann der Tag der Liebe und Verliebten dagegen frustrierend sein. Aus diesem Grund registrieren Dating-Plattformen besonders rund um den Valentinstag verstärkten Zulauf. Einem Bericht der Online-Dating-App Tinder zufolge war zum Beispiel der Valentinstag 2021 einer der Tage mit den meisten Wischern des Jahres.

Auch Corona verstärkt den Trend zum Online-Dating, wie eine Studie der Wirtschaftspsychologin Wera Aretz von der Hochschule Fresenius in Köln belegt. Die Motive seien verschieden: Die einen wollen nur flirten, die anderen suchen Bestätigung, wollen sich die Zeit vertreiben oder sogar die Liebe ihres Lebens kennenlernen. Entgegen dem Sprichwort „Liebe macht blind“ sollten Singles – vor allem Frauen – beim Online-Dating allerdings ganz genau hinschauen und vorsichtig agieren. Denn mit steigenden Nutzerzahlen bei Online-Dating steigt auch das Risiko.

 

Die größten Gefahren beim Online-Dating

Laut Statista-Informationen nutzen derzeit rund acht Millionen Deutsche Online-Dating-Seiten beziehungsweise Apps. Dabei lauern einige Gefahren, die Online-Dater*innen kennen sollten. Hier die bekanntesten Maschen:

  1. Catfishing: Bei einem Catfish (zu Deutsch Wels) handelt es sich um eine Person mit gefälschter Online-Identität. Entweder kopiert der Catfish die Identität einer anderen Person oder erschafft eine komplett erfundene. Garniert wird das entsprechende Profil mit falschen Informationen und Bildern, um die falsche Identität so echt wie möglich wirken zu lassen. Catfishing ist eine der größten Gefahren beim Online-Dating, da es Menschen emotional und finanziell schaden kann.
  2. Datendiebstahl: Catfishing endet oft damit, dass der Betrüger oder die Betrügerin an persönliche und finanzielle Informationen des Opfers kommt. Dabei kann es sich um die postalische Adresse, die Telefonnummer, den Social-Media-Account oder auch Bankdaten handeln. Geraten persönliche Daten in die Hände von Kriminellen oder Psychopathen, ist schnell Schluss mit lustig. So kann zum Beispiel aus Dating Stalking werden. So berichtet eine Kollegin aus München:

„Ich hatte ein erstes Date und habe dem Mann leider den Namen meines Arbeitgebers mitgeteilt. Während der Verabredung bin ich nicht mit ihm warm geworden und habe ihm nach der Verabredung freundlich klargemacht, dass ich mich nicht mehr treffen möchte. Das nächste, was ich von ihm hörte, waren mehrere Nachrichten, in denen er versuchte, mich davon zu überzeugen, die Verabredung fortzusetzen. Ich blockierte ihn, doch dann brachte er einen Liebesbrief (mit dem er mich zu einem weiteren Date überreden wollte) und Schokolade zum Briefkasten im Büro (es gab keine Briefmarke, also ging er physisch dorthin), was mir wirklich Angst einjagte. Ein paar Wochen lang fühlte ich mich nicht sicher, wenn ich zur Arbeit ging, aber ich hatte Glück, dass er keine weiteren Briefe schickte oder sonstige Kontaktversuche unternahm.“

 

  1. Erpressung: Beim Sextortion-Betrug manipuliert ein Betrüger oder eine Betrügerin das Opfer so lange, bis es private, pikante Fotos oder Videos schickt. Diese Dinge haben weit mehr als nur einen ideellen Wert – vor allem, wenn sie in die falschen Hände gelangen. Wer nicht zahlt, wird von den Cybergaunern erpresst. Falls kein Geld fließe, würde das Material im Internet veröffentlicht oder an Freunde und Familie des Opfers verschickt. Sextortion ist äußerst gefährlich und hat Potenzial, das soziale und berufliche Leben des Opfers zu zerstören. Sextortion basiert aber auch häufig auf einem Bluff, das heißt, die Erpresser haben gar keine Bilder und behaupten dies nur um das Opfer zu verunsichern und den Forderungen Nachdruck zu verleihen.
  2. Gefährliche Treffen: Einige Kriminelle bevorzugen den direkten Kontakt. Ganz ohne romantische Hintergedanken planen sie beim ersten Date Raub, Missbrauch oder Erpressung.

Die wichtigsten Tipps für sicheres Online-Dating

Damit es auf der Suche nach einem Valentinstags-Date nicht erst so weit kommt, stellt Avast die wichtigsten Tipps für sicheres Online-Dating vor. Zentrale Themen sind dabei die Einrichtung des Dating-Profils, die Suche nach Kontakten, die Planung von Dates sowie der Umgang mit Stalkern.

„Viele Menschen suchen online nach einer Last-Minute-Verabredung zum Valentinstag. Das liegt auch daran, dass die Pandemie im letzten Jahr die Menschen davon abgehalten hat, diesen für viele besonderen Tag mit jemandem persönlich zu verbringen“, so Luis Corrons, Sicherheitsexperte bei Avast. „Online-Dating-Plattformen machen es einfach und bequem, schnell ein Date und manchmal sogar die wahre Liebe zu finden. Damit Online-Dating auch wirklich Spaß macht, ist es wichtig, dass jeder weiß, wie man sich am besten vor Betrügern und Stalkern schützt.“

Tipp 1: Nicht zu viel auf dem Dating-Profil verraten

Nutzt auf eurem Dating-Profil niemals den echten Namen, sondern einen Spitznamen. Empfehlenswert ist zudem das Erstellen eines sogenannten Burner-Accounts, das allein für die Suche nach einer Verabredung am Valentinstag zum Einsatz kommt. Damit vermeidet ihr, dass euch potenzielle Betrüger/Stalker im Internet zu leicht entdecken. Ebenfalls wichtig: Achtet auf ein Profilfoto mit neutralem Hintergrund, das keine Hinweise auf euren Wohnort oder andere private Dinge enthält. Seid ihr auf Social-Media unterwegs, kontrollieren zu guter Letzt, dass eure Konten auf privat gestellt sind und möglichst wenige persönliche Informationen preisgeben. Andersherum gibt es Sicherheit, wenn ihr nach dem Facebook- oder einem anderen Social-Media-Konto fragt, um zu überprüfen, ob die Person, für die sie sich ausgibt, echt ist oder nicht.

Tipp 2: Sichere Treffen planen

Gebt dem potenziellen Valentinstags-Date nicht zu viele Informationen preis, zum Beispiel Arbeitsort, Stammlokale und Wohnadresse. Als Treffpunkt solltet ihr grundsätzlich vertraute und öffentliche Orte wählen. Trefft euch direkt am ausgewählten Ort und lasst euch nicht auf abgelegene Haltestellen oder ähnliches ein. Zudem gebt einem Freund oder einer Freundin Bescheid, wo und wann ihr euch trefft. Vereinbart einen Zeitpunkt, zu dem ihr telefonisch oder per Chat bestätigt, dass alles in Ordnung ist.

Tipp 3: Richtig bei unangenehmen Dates reagieren

Entwickelt sich ein Date anders, als ihr euch sich das vorgestellt haben? Oder euer Date wird sogar aufdringlich? Dann handelt wie folgt: 

  • Fühlt ihr euch unsicher oder bedrängt, brecht das Date sofort ab. Ruft euch im Zweifelsfall ein Taxi und begebt euch zur nächsten Polizeiwache.
  • Meldet die entsprechende Person umgehend den Betreibern der Dating-Plattform und blockiert sie auch auf allen anderen Online-Kanälen.
  • Im Fall von Stalking wendet euch direkt an die Polizei oder an spezialisierte Organisationen wie dem WEISSEN RING (Stalking-Hotline: 116006; täglich 7-22 Uhr).

„Dates sollten eine schöne Erfahrung sein. Aber eine überstürzte Suche nach einer Last-Minute-Verabredung kann dazu führen, dass die grundlegenden Praktiken der digitalen Sicherheit vergessen werden und das Urteilsvermögen der Menschen möglicherweise getrübt wird“, fast Luis Corrons zusammen. „Darum ist es wichtig, daran zu erinnern, die digitale Identität zu schützen, insbesondere wenn es in reale Situationen übergeht.“

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