Vorsicht Abo-Falle: Neue Fleeceware-Apps im App Store und im Google Play Store gefunden

Avast Security News Team, 25. März 2021 10:19:57 MEZ
Avast Security News Team, 25. März 2021 10:19:57 MEZ

Fleeceware-Apps kosten Anwender durch Abo-Dienste Hunderte von Euro pro Jahr, wenn diese in die “Abo-Falle” tappen.

Unser Threat Labs-Team hat 200 neue Fleeceware-Apps im Apple App Store und Google Play Store entdeckt. 

Sind Fleeceware-Apps Malware? 

Fleeceware-Apps fallen in eine Grauzone. Sie sind nicht per se bösartig, sie verlangen von den Nutzern lediglich absurd hohe Summen für Wochen-, Monats- oder Jahresabonnements im Austausch für recht simple Funktionen, wie z.B. eine Schleim-App, die diesen Kinder-Schleim zum Spielen digital simuliert.

Die kürzlich entdeckten Apps wurden bisher weltweit rund eine Milliarde Mal heruntergeladen und haben einen Umsatz von über 400 Millionen US-Dollar erzielt*. Alleine in Deutschland betragen die Downloadzahlen der betroffenen Apps rund 20 Millionen, mit einem Umsatz von mehr als fünf Millionen US-Dollar. Wir haben die entsprechenden Apps sowohl an Apple als auch an Google zur Überprüfung gemeldet.

Mit welchen “Versprechen” locken die Apps? 

Die Apps locken Anwender mit dem Versprechen einer kostenlosen 3-Tage-Testversion, an die eine ungewöhnlich hohe Abo-Gebühr geknüpft ist. Nach Ablauf der Testphase wird den Benutzern eine wiederkehrende Gebühr berechnet – selbst wenn die App schon gelöscht wurde – bis sie das Abonnement in den App-Einstellungen des Gerätes kündigen. Eine der Anwendungen bietet beispielsweise eine kurze kostenlose Testphase an, gefolgt von einem Abo im Wert von 66 US-Dollar pro Woche, was den Anwender potenziell 3.432 US-Dollar pro Jahr kosten kann, falls keine Kündigung erfolgt. Diese Fleeceware-Apps werden aktiv in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Snapchat und TikTok* beworben.

Werbung und gefälschte Bewertungen werden zur Verbreitung genutzt

Da Fleeceware-Apps ein lukratives Business sind, investieren die App-Anbieter wahrscheinlich erhebliche Geldsummen, um diese Apps über die einschlägigen Social Media-Plattformen zu verbreiten.

Beispiel einer Video-Werbung für Fleeceware auf Instagram.

Diese und ähnliche Werbung wird möglicherweise einem potenziell jüngeren Publikum angezeigt, das durch die kostenlose Testphase bzw. den Gratis-Download “verführt” wird, solche Apps zu installieren. 

So schützt man sich vor Fleeceware-Apps

  1. Vorsicht bei kostenlosen Testversionen mit Laufzeit von weniger als einer Woche: Apps, die kostenlose Testversionen für sehr kurze Zeiträume anbieten, sind mit Vorsicht zu genießen. Vergewissern Sie sich, dass Sie verstehen, welcher Betrag Ihnen nach der Testphase berechnet wird.

  2. Virale Werbung für Apps mit Vorsicht betrachten: Gerade Werbung für Fleeceware spiegelt häufig nicht die tatsächliche Funktionalität der App wider.

  3. Das Kleingedruckte lesen: Achten Sie dabei besonders auf den Abschnitt „In-App-Käufe“. Machen Sie sich unbedingt mit den Abo-Bedingungen des Abonnements vertraut.

  4. Käufe in den App-Stores absichern: Stellen Sie sicher, dass Ihre Zahlungen durch ein sicheres Passwort oder eine biometrische Prüfung geschützt sind. Dadurch können auch versehentliche Abos und Zahlungen durch Kinder verhindert werden.

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* Quelle: Schätzungen und Angaben von Sensor Tower, einem Anbieter für Mobile App Marketing Intelligence und Insights.

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