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Archiv für März, 2012
6. März 2012

Wer liest schon das Kleingedruckte

Am vergangenen Freitag hat die Bundesregierung mit großer Mehrheit ein Gesetz gegen Kostenfallen und Abo-Fallen, die sogenannte „Button-Lösung“, beschlossen. Seiten wie www.software-und-tools.de haben arglose und nicht selten wehrlose Surfer bisher häufig um einen dreistelligen Betrag erleichtert, während der Surfer der Meinung war ein Freeware-Programm herunterzuladen. Mich freut dieses neue Gesetz – auch wenn es Jahre zu spät kommt und wohl auch nicht umfassend genug ist.

Eine relativ  neue Masche, die leider auch von vermeintlich seriösen Anbietern verwendet wird um mit ahnungslosen Surfern Geld zu verdienen, möchte ich heute am Beispiel der Internetseite www.winload.de vorstellen, die vielen Benutzern im deutschsprachigen Raum bekannt ist.

 

Wer aktuell über das Portal www.winload.de eine Software herunterlädt muss sehr genau lesen was weiter unten ganz unscheinbar auf der Download-Seite steht – die meisten Surfer werden jedoch gar nicht soweit scrollen. Wer einfach den „Download“ Button klickt erlebt eine unangenehme Überraschung. Nach der Installation sind die Einstellungen für Homepage und Suchanbieter im Browser geändert – ohne jegliche Abfrage im Setup-Programm. Darüber hinaus wird ebenfalls ungefragt eine Browser-Toolbar installiert, deren Lizenzbedingungen es dem Betreiber erlauben:

  • Die Standard-Suchmaschine im Browser zu verändern
  • Die Homepage des Browsers zu ändern
  • Die Funktionen der 404-Seite bei Fehleingaben in der Adressleiste des Browsers zu ändern
  • Zusätzliche Suchdienste auf dem Rechner zu installieren
  • Updates auf dem Rechner zu installieren
  • Dem Benutzer Benachrichtigungen zu schicken
  • Informationen über den Standort des Benutzers zu übermitteln
  • Informationen über die sozialen Netzwerke (z.B. Facebook) des Benutzers zu übermitteln

Nach unseren Tests macht der Anbieter dieser Toolbar davon auch Gebrauch! Die Browser-eigenen Schutzmechanismen wie z.B. die Abfrage, ob der Benutzer die neue Toolbar verwenden will, werden dabei umgangen. Die Toolbar und die Änderungen im Browser bleiben auch dann erhalten, wenn der Benutzer die neu heruntergeladene Software, die er natürlich (fälschlicherweise) für den Übeltäter hält, deinstalliert. Eine Deinstallation der Toolbar über das mitgelieferte Deinstallationsprogramm war übrigens unter Windows 7 Ultimate 64 Bit erfolglos.

Wir von AVAST wünschen uns, dass das Gesetz gegen Kostenfallen und Abo-Fallen erweitert wird. Ein Endkunde will weder, dass sein Konto geplündert wird noch will er, dass sein PC unter der Vorspielung falscher Tatsachen mit dubiosen Toolbars ausgestattet wird, die ihn fortan mit unerwünschter Werbung versorgen und seine Facebook-Daten weitergeben. Bis der Gesetzgeber auch hier reagiert erkennen wir derartige Downloads als Malware – denn genau das ist es in den Augen unserer Benutzer.

Screenshot nach unten gescrollt

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